Samstag, 25. Juni 2022

Alle Tage sing und sage

Apotheose des Hl. Kasimir

Das Lied wird dem Hl. Kasimir von Polen (*1485 +1484) zugeschrieben, ist in seiner lateinischen Version omni die dic mariae jedoch älter. Bernardus Morlanensis soll um 1140 die Hymne gedichtet haben, 19.Strophen sind bekannt, die Heinrich Bone tapfer, manchmal sehr frei, übersetzt hat. 

Den Nachfolgern war das zu lang, so daß in den Kirchengesangbüchern verkürzte Versionen abgedruckt wurden. Joseph Mohr hat sich auf 8 Strophen konzentriert, die Auswahl finde ich gelungen, die Vertonung eher nicht, sie ist mit ihrem braven Viervierteltakt nicht passend. Das aktuelle Gotteslob hat sich im Gegensatz zu den Diözesangesangbüchern wieder für die Melodie aus dem 17. Jahrhundert entschieden (Conrad Vetter, Paradeißvogel 1624), die der interessanten Sprachmelodie folgt. Auch eine gute Entscheidung. Ein etwas längerer Text wäre schon nicht schlecht.

Alle Tage sing und sage
Lob der Himmelskönigin!
Ihre Gnaden, ihre Taten
Ehr, o Seel’ mit Demutsinn!

 Auserlesen ist ihr Wesen,
Mutter sie und Jungfrau war;
Sprich sie selig, überselig:
Groß ist sie und wunderbar.

 Ihr vertraue, auf sie baue,
Daß sie dich von Schuld befrei’
Und im Streite dir zu Seite
Wider alle Feinde sei

Gotterkoren, hat geboren
Sie den Heiland aller Welt,
Der gegeben Licht und Leben
Und den Himmel offen hält.

 Sie alleine ist die reine
Jungfrau und Gebärerin;
Ihrem Kinde wich die Sünde,
Lob sei dieser Königin!

Ihre Ehren zu vermehren,
Sei, o Seele, stets bereit!
Benedeie sie und freue
Dich ob ihrer Herrlichkeit.

Hoch lobpreise, Lieb´ erweise,
Jeder ihr nach Kräften sein,
Sie verehren Hilf´ begehren
laßt uns alle insgemein.
Ach sie gebe, daß ich lebe,
Wie es will ihr lieber Sohn,
Daß ich droben ihn kann loben,
Ewig schaun auf seinem Thron.


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